August 31, 2009

Flickr: Bandprobe und Wire 09



Bilder von der Bandsession und dem Wire 09 Festival in Yokohama sind jetzt hochgeladen.

Letzteres habe ich sowohl preislich als auch zeittechnisch unterschätzt. Ich fragte Shoichi, ob er auch hinwolle, er sagte sofort zu und besorgte auch die Karten (je 11500 Yen). Aus irgendeinem Grund dachte ich, das Festival würde bis zum "Shuuden" (letzter Zug) gehen, stattdessen ging es die ganze Nacht hindurch. Durch den Vorabend und das frühe Aufstehen gelangte ich also ziemlich schnell an meine konditionellen Grenzen. Ich versuchte mich mit Energiegetränken und dem Anblick japanischer Festivalcrowd (die auf eine hochgehaltene Spiegelreflexkamera ziemlich reflexhaft reagierten [s. Flickr-Galerie]) wachzuhalten. Aber um 2:00 ging nichts mehr und ich legte mich in irgendeiner Lobby der riesigen Multifunktionshalle zwischen andere Japaner, nachdem mir Shoichi versicherte es wäre gar kein Problem und er hätte schon Spaß.
Zudem war ich eh nur wegen Moderat gekommen, die der Wahnsinn waren und auch beim Rest des Publikums Ekstase auslösten.

Ein paar Dinge, die mir ins Auge fielen:
  • Japanischer Festivalstyle ist es, sich ein kleines Handtuch um den Hals zu binden. Ich konnte nicht ganz sagen, ob es aus praktischen Gründen so war oder dazugehörte wie Sonnenbrillen mit neonfarbenen Gestellen auf dem Melt. Tipp also an Bands die auf Festivals in Japan spielen: Handtuch-Merch!
  • Auffällig war auch, wie groß Sicherheit in der Halle geschrieben wurde. Es gab 12-15 verschiedene "Gatter" in die man sich begeben konnte. Wie Rinderherden standen die Besucher also in ihren von Wellenbrechern umgebenen Bereichen und ravten vor sich hin.
  • Es war mir ja schon beim "enjoy?"-Festival aufgefallen: die Japaner scheinen westliche Acts irgendwie dahingehend zu beeinflussen, dass sie die Japaner wie kleine Kinder behandeln. Hier extrem aufgefallen bei Ellen Allien, die für sie recht untypische "Arme-nach-links-und-rechts-schwenk"-Spiele mit den Japanern spielte und generell irgendwie aufgedreht wirkte. Einmal hielt sie eine Platte nach oben als wolle sie sagen "Hey, schaut was ich jetzt spiele!!" und die Japaner jubelten sofort los, obwohl wohl niemand erkennen konnte, was sie da in der Hand hielt.
  • Im Obergeschoss waren mehrere Stände von Techno-Elektronik-Herstellern aufgebaut, die gar nicht mal schlecht besucht waren. Shoichi wies mich auch gleich in verschiedenste Systeme ein, u.a. ein portables System namens Pacemaker, mit dem man unterwegs vor sich hin mixen kann. Das Album von Shoichi und seinem Kumpel Shinya ist übrigens kurz vor der Fertigstellung, soll "Frantic Radio" heißen und im November herauskommen.
  • An einer dedizierten Stelle waren ca. 15 Blumengestecke aufgestellt, die die Sponsoren des Festivals zur Beglückwunschung spendierten. Das scheint eine Art Tradition bei Veranstaltungen dieser Art zu sein.